Die Zukunft bilden
The Boston Consulting Group
(recherchiert von G.Zechner)

"Für einen erfolgreichen Berufsweg in der Wirtschaft werden zukünftig zunehmend persönliche Fähigkeiten wie Eigeninitiative, strategisches und vernetztes Denken, Ergebnisorientierung und Überzeugungskraft benötigt werden".

Anforderungsprofil an Manager / Mitarbeiter von morgen

"Welche Anforderungen stellt die Unternehmenswelt von morgen? Wie können sich zukünftige Mitarbeiter angemessen darauf vorbereiten?" Ein Beraterteam der The Boston Consulting Group (BCG) hat im Sommer 2001 mit knapp 80 Unternehmen, Branchen- und Bildungsexperten in Deutschland und Österreich über die Anforderungen an die gestaltenden Mitarbeiter der Zukunft diskutiert. Die Ergebnisse der Studie "Die Zukunft bilden" liegen nunmehr in einem Zwischenbericht vor – hier einige Auszüge daraus:

Interdisziplinär und vernetzt

Das fachübergreifende, vernetzte Denken wird als eine notwendige Fähigkeit gesehen, um den neuen Anforderungen im internationalen Markt erfolgreich begegnen zu können. "Die Unternehmen sind – unabhängig von Größe und Branche – in zunehmendem Maße mit Wettbewerbsbedingungen konfrontiert, die ihre Geschäftsmodelle einem permanenten Veränderungsdruck unterwerfen. Wachstum auf internationalen Märkten, die Individualisierung von Kundenbedürfnissen, flexible Produktion und die Nutzung der verfügbaren Telekommunikations- und Informationstechnik beispielsweise fordern strategisches Denken, Risikobereitschaft und die Fähigkeit, Neues schnell umsetzen zu können".

Der tägliche Wandel

Verbunden damit sind Veränderungen der klassichen Unternehmensstrukturen zu erwarten. "Abteilungs- und Unternehmensgrenzen schwinden weiter zu Gunsten einer fächerübergreifenden prozessorientierten Zusammenarbeit, der organisatorische Wandel wird zur Konstante der täglichen Arbeit".... "Die sich auflösenden Grenzen zwischen Wissensbereichen und Branchen verlangen zunehmend nach gestaltenden Mitarbeitern, die sich auf der Basis einer guten Grundausbildung schnell in einem neuen Umfeld zurechtfinden, fachübergreifend denken können und die ihnen gestellten Aufgaben mit hoher persönlicher Souveränität lösen können".

"Für den einzelnen bedeutet dies, dass zusätzlich zu einem soliden Basiswissen eine bereichsübergreifende Denk- und Arbeitsweise nötig sind." Dr. Antonella Mei-Pochtler, Geschäftsführerin, The Boston Consulting Group, Initiatorin und Leiterin der Studie

Das neue Persönlichkeitsprofil

Soziale Kompetenzen wie Kooperationsfähigkeit werden als Grundvoraussetzung gesehen. Macher-Eigenschaften wie Ergebnisorientierung und unternehmerisches Denken erleben eine Renaissance. Wobei der "neue" Macher-Typ als der "Kluge Macher" bezeichnet wird. Als derjenige, der sein fundiertes breites Wissen intelligent nutzt und umsetzungsorientiert handelt. Unabhängig welcher Anforderung er gegenübersteht, begegnet er dieser mit hohem Engagement und Eigenmotivation. Immer wieder werden ein hohes Maß an Eigeninitiative und Dynamik als unverzichtbare Voraussetzungen für strategisch wichtige Positionen genannt.

"Mitarbeiter müssen ihre eigene Position und deren Wertschöpfungsbeitrag im Gesamtkontext des Unternehmens verstehen und Gesamtzusammenhänge in ihrem Handeln berücksichtigen". Dr. Juliane Wiemerslage, Arbeitsdirektorin IBM Deutschland

Ein neues Rollenverständnis

"Wenn heute schon teamorientierte Modelle der Zusammenarbeit und Netzwerkstrukturen die klassischen, hierarchisch organisierten Unternehmensformen mehr und mehr ablösen, müssen Mitarbeiter in der Lage sein, in wechselnden Rollen zu agieren: als Leiter oder Geführter oder als Gleicher unter Gleichen. Das heißt auch, dass Mitarbeiter zunehmend darauf angewiesen sind, ihre Ziele durch Überzeugung und den Aufbau langfristiger Beziehungen zu verwirklichen, anstatt sie auf der Basis hierarchischer Über- oder Unterordnung durchzusetzen. Teamorientierte Strukturen und zunehmende Vernetzung erfordern den Aufbau von langfristigen stabilen Beziehungen im Sinne eines Beziehungsmanagements." Regina Esch-Hoffmann, Management Development Consultant, Hewlett- Packard

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Ein Beitrag zum Thema Neue Organisationsstrukturen und Führungskultur (verfasst von Zechner/Geitzenauer)