Gehälter im Bereich Life-Science

ein Beitrag von Dr. Conrad Pramböck
in seiner Position als Vergütungsexperte bei Kienbaum Management Consultants Wien (2004)

Einflüsse aus dem Umfeld auf die Vergütungsstruktur

Life-Science Unternehmen - ob in den Bereichen Pharma, Bio- und Gentechnologie, Medizintechnik, Agro, Hygiene oder Kosmetik - befinden sich in einem äußerst dynamischen Umfeld. Gerade in einer solchen Situation werden Mitarbeiter mit überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft und Motivation benötigt. Das gilt für den Vertrieb ebenso wie für wissenschaftliche und kaufmännische Führungs- und Fachkräfte. Eine wichtige Voraussetzung für das Engagement leistungsstarker Manager und Mitarbeiter ist ihre angemessene Vergütung.

Dabei gilt es, die Effizienz der Mitarbeitervergütung zu erhöhen, ohne einen angemessenen Kostenrahmen zu verlassen. Insofern liegt in einer sinnvoll gestalteten Vergütungsstruktur mit einem gesunden Verhältnis zwischen festen und variable Bestandteilen, sowie attraktiven Zusatzleistungen eine Chance für Unternehmen zur nachhaltigen Motivation ihrer Führungs- und Fachkräfte.

Die Höhe des Fixgehaltes

Das Fixgehalt sichert die täglichen Bedürfnisse des Mitarbeiters ab. Es sollte innerhalb des Marktrahmens liegen, also innerhalb dessen, was vergleichbare Unternehmen für vergleichbare Positionen zahlen. Bei niedrigen Festgehältern ist die Gefahr groß, den Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Bei hohen Fixbezügen bilden die hohen Personalkosten einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, der nur mittel- bis langfristig wieder abgebaut werden kann.

Variable Vergütungssysteme als Führungsinstrument

Heute wird von vielen Unternehmen ein verstärktes Augenmerk auf das variable Vergütungssystem gelegt, das bei entsprechend zielorientierter Gestaltung ein wichtiges Instrument zur Führung der Mitarbeiter ist. Indem der Jahresbonus eines Mitarbeiters an die Erreichung vereinbarter Ziele geknüpft wird, die an der Strategie des Unternehmens ausgerichtet sind, wird sein Handeln in eine erwünschte Richtung gesteuert. Die variable Vergütung honoriert somit besondere Leistungen, die zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. Gleichzeitig stärkt sie die Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen und zieht erfolgsorientierte, unternehmerisch denkende Mitarbeiter vom Arbeitsmarkt an.

Die Höhe der variablen Vergütung ist regelmäßig von der Höhe des Grundgehalts abhängig. Je nach Position und Führungsebene beträgt sie etwa zwischen 5 und 25% des Jahresgrundgehalts. Wurden Bonuszahlungen vor einigen Jahren vor allem im Vertrieb und in oberen Führungspositionen eingesetzt, so werden heute auch Mitarbeiter ohne Verkaufsverantwortung, etwa im Bereich Forschung und Entwicklung, in das Bonussystem integriert.

Freiwillige Zusatzleistungen eines Unternehmens

Nebenleistungen - die sogenannten Fringe Benefits - runden die Vergütung ab. Unter Fringe Benefits fallen alle freiwilligen geldwerten Zusatzleistungen eines Unternehmens, wie etwa Betriebliche Altersversorgung, Versicherungsleistungen und Essensbons. Eine der für den Mitarbeiter oft die interessanteste Zusatzleistung, ist der Dienstwagen. Über 80% der Außendienstmitarbeiter und über 90% der oberen Führungskräfte kommen in den Genuss eines Firmenautos. Die am häufigsten eingesetzten Modelle auf Managementebene sind Audi A4 und A6, 3-er und 5-er BMW sowie Mercedes E-Klasse. Außendienstmitarbeiter fahren etwa VW Passat, Opel Vectra oder Ford Mondeo.

Die Dynamik der Branche und des einzelnen Unternehmens spiegelt sich regelmäßig auch in seiner Personal- und Vergütungspolitik wider. Große Wachstumschancen, aber auch überdurchschnittliches Unternehmerrisiko verlangen nach einem zeitgemäßen Vergütungssystem mit entsprechend attraktiver Vergütung und interessanten Karriereperspektiven. Jedes Unternehmen in diesem Umfeld ist gefordert, mit einer marktgerechten Gehaltspolitik die besten Kräfte zu gewinnen und an sich zu binden, um auf längere Sicht den Unternehmenserfolg zu sichern.

Autor: Dr. Conrad Pramböck, zum Zeitpunkt des Verfassens des Beitrages war Dr. Pramböck Vergütungsexperte bei Kienbaum Management Consultants, Wien,