Der Weg zur Projektmitarbeit 
bei HORIZONT3000

Voraussetzungen

Projektmitarbeiter/in ("Entwicklungshelfer/in") ist kein erlernbarer Beruf. Es bedeutet vielmehr, fachliche und soziale Kenntnisse und Fähigkeiten in eine qualifizierte Projektmitarbeit in einem Entwicklungsland einzubringen. Die erforderlichen beruflichen Fähigkeiten werden von den ProjektpartnerInnen vorgegeben und bei der Auswahl einer Fachkraft auf die jeweilige Aufgabe hin geprüft, also vorausgesetzt.

Die Grundbedingungen, die daher HORIZONT3000 den BewerberInnen für eine Projektmitarbeit in der Entwicklungszusammenarbeit stellt, sind

  • ein Mindestalter von 22 Jahren;
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung (z.B. Meister, Geselle, AbsolventIn einer mittleren oder höheren berufsbildenden Schule, Universität) und mindestens zwei Jahre Berufspraxis;
  • österreichische Staatsbürgerschaft bzw. Staatsbürgerschaft eines EU-Landes, der Schweiz oder Liechtensteins.

In Anbetracht der Zielsetzungen und Anforderungen, die an ProjektmitarbeiterInnen gestellt werden, erwartet HORIZONT3000 bestimmte Grundeinstellungen und menschliche Fähigkeiten. Dazu gehören

  • die Bereitschaft zu partnerschaftlicher Zusammenarbeit und Mitarbeit;
  • die Fähigkeit, sich auf den Integrationsprozess in einer fremden Kultur einzulassen;
  • Toleranz, Geduld und Ausdauer sowie selbständiges Handeln und Verantwortungsbewusstsein;
  • Interesse an entwicklungspolitischen Fragen und soziales Engagement;
  • die Bereitschaft, vor Veränderungen im eigenen Leben nicht zurückzuschrecken und in der Entwicklungszusammenarbeit mehr zu sehen als nur einen Job.

Beim Einsatz von Familien ist eine Projektmitarbeit beider Ehepartner gewünscht. Daher müssen beide Partner auf Grund ihrer beruflichen und persönlichen Voraussetzungen für eine Projektmitarbeit geeignet sein und das HORIZONT3000-Auswahlverfahren absolvieren.

Für eine familiengerechte Integration in die ungewohnte Lebens- und Arbeitssituation besteht für einen Partner die Möglichkeit einer zunächst 50%igen Anstellung, welche nach einer Periode von drei bis sechs Monaten auf 100% aufgestockt werden kann. Dies muss naturgemäß jeweils mit dem Projektpartner sowie mit HORIZONT3000 abgestimmt und geregelt werden. 


HORIZONT3000-Infoabend

Wenn Sie sich für einen Personaleinsatz in der Entwicklungszusammenarbeit interessieren, können Sie unverbindlich und kostenlos einen HORIZONT3000-Infoabend besuchen.
Hier werden durch ehemalige HORIZONT3000-ProjektmitarbeiterInnen grundsätzliche Informationen über den Personaleinsatz gegeben. HORIZONT3000-Info-Abende werden in mehreren Bundesländern veranstaltet. 


HORIZONT3000-InteressentInnen-Seminar

Für InteressentInnen an einer Projektmitarbeit veranstaltet HORIZONT3000 laufend in ganz Österreich InteressentInnen-Seminare. Der Seminarbesuch ist Bestandteil für eine Bewerbung bei HORIZONT3000.

Die Seminare finden jeweils an einem Wochenende statt (von Samstag 9 Uhr, inkl. Abendprogramm, bis Sonntag 16 Uhr) und werden von ehemaligen HORIZONT3000-ProjektmitarbeiterInnen geleitet. Sie bieten eine Einführung in die grundsätzlichen Problemstellungen von Ländern des Südens und ausführliche Informationen über Auswahl, Vorbereitung und Einsatz von HORIZONT3000-Fachkräften. Die begrenzte Teilnehmerzahl (bis zu 20 Personen) garantiert eine intensive Auseinandersetzung mit den genannten Themen. Das Seminarprogramm beinhaltet Kurzvorträge, Diskussionen, Film- und Diavorträge.

Kosten: Reisekosten, Nächtigung und Verpflegung im jeweiligen Seminarhaus sowie eine Seminargebühr von ATS 300,- an HORIZONT3000 sind von den TeilnehmerInnen zu tragen.


Bewerbung

Wenn Sie sich nun als Fachkraft in der Entwicklungszusammenarbeit bewerben wollen, fordern Sie bitte einen HORIZONT3000-Bewerbungsbogen an und senden ihn mit Kopien Ihrer Abschlusszeugnisse (Schulabschluss, Gesellenprüfung, Meisterprüfung, Studienabschluss usw.) sowie einem tabellarischen Lebenslauf* an HORIZONT3000. Wenn Sie auf Grund von Alter und Beruf grundsätzlich für eine Mitarbeit in Frage kommen, bitten wir Sie nach Durchsicht Ihrer Bewerbungsunterlagen zu einem

( * nach Möglichkeit auch in englischer Sprache)


Auswahlgespräch

in die Räumlichkeiten von HORIZONT3000 nach Wien ein. Dieses besteht aus Einzelinterviews mit projekterfahrenen MitarbeiterInnen von HORIZONT3000 in Wien. Ist das Resultat des Auswahltages positiv, bitten wir Sie - gemeinsam mit anderen BewerberInnen - ein zu einem dreitägigen


Auswahlseminar

Dieses Seminar verschafft sowohl Ihnen als auch HORIZONT3000 eine abschließende, fundierte Entscheidungsbasis über Ihre mögliche Mitarbeit in einem Entwicklungsprojekt. Für die Dauer des Auswahlseminars, welches in Wien stattfindet, stellt HORIZONT3000 Räumlichkeiten zur Verfügung, Reise- und Verpflegungskosten sind selbst zu tragen. Bei positivem Ergebnis werden Ihre Daten nun in die Projektplanung aufgenommen. Wenn Ihre Qualifikationen mit den Anforderungen einer unserer "offenen Stellen" in einem Entwicklungsprojekt übereinstimmen, können wir Sie zum nächsten Vorbereitungskurs einladen. Häufig sind aber noch Rückfragen und Abstimmungen mit den HORIZONT3000-Koordinatorstellen in den Einsatzländern notwendig, sodass es auch zu Wartezeiten kommen kann.


Tropentauglichkeitsuntersuchung

Im laufenden Auswahlverfahren ist zu gegebener Zeit auch eine Tropentauglichkeitsuntersuchung notwendig. Die Kosten dafür trägt HORIZONT3000.


Vorbereitung

HORIZONT3000-MitarbeiterInnen werden gründlich auf ihren Einsatz vorbereitet. Die Berufsausbildung und -praxis setzen wir voraus, sodass sich die Vorbereitung auf jene speziellen Fähigkeiten und Kenntnisse konzentrieren kann, die für die Arbeit in einem Entwicklungsprojekt notwendig sind.

Kernstück der Vorbereitungszeit, die insgesamt vier bis sechs Monate dauert, ist ein dreimonatiger Grundkurs, der im HORIZONT3000-Vorbereitungszentrum (1090 Wien, Berggasse 7) durchgeführt wird. Diese Kurse beginnen jeweils im April und September und zählen bis zu 15 TeilnehmerInnen, die auch im HORIZONT3000-Vorbereitungszentrum wohnen können.

Thematische Schwerpunkte dieses Grundkurses sind:

  • Unterricht in der für den Einsatz notwendigen Fremdsprache (Englisch, Spanisch oder Portugiesisch);
  • Kommunikation & Pädagogik;
  • Ethnologie, Soziologie;
  • Entwicklungspolitik, Gender;
  • Gewalt und Bedrohung, Medizin;
  • Planungs- und Evaluierungsinstrumente;
  • Landeskunde, Projektinformation und -administration;
  • HORIZONT3000-Interna;
  • div. Zusatzthemen (Erste Hilfe, KFZ-Sicherheit, betriebswirtsch. Grundlagen etc.).

Die Themen werden in methodischer Vielfalt zum Teil von ReferentInnen angeboten, zum Teil aber auch von den KursteilnehmerInnen selbst erarbeitet. Großer Wert wird auf partnerschaftliche Zusammenarbeit, selbständiges Lernen und Handeln gelegt, was zugleich ein Fördern von Verhaltensweisen ist, die im Einsatz besonders wichtig sind. Lernen bedeutet in diesem Vorbereitungskurs aktive Mitgestaltung und nicht das Konsumieren vorgekauter Inhalte. Es wird erwartet, dass alle ihr Wissen, ihre Erfahrungen, Fertigkeiten und menschlichen Fähigkeiten einbringen.

An den Grundkurs schließen sich bei Bedarf ein Intensiv-Sprachkurs und die Landeseinführung an. Die Dauer des Sprachkurses richtet sich nach den Sprachkenntnissen, die bereits mitgebracht bzw. während des Grundkurses erworben wurden. Die Sprachkurse werden entweder in Österreich, im europäischen Ausland oder gleich in einem der Einsatzländer abgehalten, die Landeseinführung findet im Einsatzland statt.

Der Einsatz beginnt unmittelbar nach der Vorbereitungszeit. Wer bereits über sehr gute Kenntnisse in der jeweiligen erforderlichen Fremdsprache verfügt, kann seinen Einsatz sehr bald im Anschluss an den Grundkurs beginnen.


Anstellung, finanzielle Leistungen

Ab Beginn des Vorbereitungskurses sind Sie bei HORIZONT3000 angestellt und damit voll sozialversichert. Das Angestelltenverhältnis bleibt während der gesamten Vorbereitungs- und Einsatzzeit aufrecht und endet nach Ablauf der "Betreuungszeit" ein bis zwei Monate nach Einsatzende.

Die gesamte Dauer Ihres HORIZONT3000- Engagements beträgt somit etwa zweieinhalb Jahre. Sie setzt sich zusammen aus der vier- bis sechsmonatigen Vorbereitungszeit, der zweijährigen Einsatzzeit und zwei Wiedereingliederungsmonaten. War der Einsatz kürzer als zwei Jahre - aber mindestens ein Jahr -, beträgt diese Wiedereingliederungszeit ein Monat.

Je nach der Bedarfssituation im Einsatzprojekt sind nach genauer Evaluierung des Projektes und der Mitarbeit der Fachkräfte Verlängerungen möglich. So kann zum Beispiel ein auf zwei Jahre abgeschlossener Einsatzvertrag nach Ablauf der ersten zwei Jahre in einen Drei- oder Vierjahreseinsatz umgewandelt werden. Dabei zahlt HORIZONT3000 bei Abschluss eines weiteren Zweijahresvertrages die Reisekosten für einen Heimaturlaub.

Während der Vorbereitungszeit in Österreich trägt HORIZONT3000 alle anfallenden Kosten dieser Vorbereitung (SprachlehrerInnen, Kursgebühren, notwendige Reisekosten zu Ausbildungsstätten etc.). Sie erhalten ein Gehalt sowie freie Unterkunft. Für Kinder wird in dieser Zeit ein Zuschlag zum Gehalt ausbezahlt.

Während der Vorbereitungszeit im Ausland wird von HORIZONT3000 ein Kostenbeitrag in der Höhe des Nettogehaltes einbehalten. HORIZONT3000 übernimmt die Kurs- und Vorbereitungskosten sowie die Kosten für Unterkunft und Lebenshaltung.

Während der Einsatzzeit steht Ihnen monatlich ein Betrag von mindestens ATS 10.718,— bis maximal 19.404,— zur Verfügung, je nach Einsatzdauer und -land. Diese Beträge errechnen sich aus

  • einem Netto-Gehalt, während der ersten 18 Einsatzmonate in Höhe von ATS 6.588,- während der nächsten sechs Monate von ATS 8.151,- und für über die Basiseinsatzzeit hinausgehende Dienstzeiten ATS 12.270,-;

  • einem Unterhaltsgeld im Einsatzland von durchschnittlich ATS 4.700,— monatlich. Sofern Verpflegung vom Projektpartner gestellt wird, kommt ein reduziertes Unterhaltsgeld zur Auszahlung;

  • einem Mietzuschuss, der sich an den Kosten einer bescheidenen, aber nach europäischem Standard vergleichbaren Unterkunft orientiert. Er entfällt, wenn vom Projektpartner eine freie Unterkunft zur Verfügung gestellt werden kann.

Diese Beträge gelten für alleinstehende Personen, für Familien gibt es Zulagen. Die Höhe des Unterhaltsgeldes richtet sich nach der Preissituation des Einsatzlandes.

Pro Einsatzjahr stehen Ihnen wie bei einer Anstellung in Österreich 25 Urlaubstage zu. Wenn Sie den Urlaub in Österreich verbringen wollen, müssen Sie für die Reisekosten selber aufkommen.

Neben der gesetzlichen Sozialversicherung schließt HORIZONT3000 für Sie eine umfangreiche Privatversicherung ab. Diese Auslandsreiseversicherung beinhaltet eine Heilkosten-, Ablebens-, Invaliditäts-, Privat- und Berufshaftpflicht-, Kfz-Lenkerhaftpflicht- und Reisegepäcksversicherung. Die monatliche Prämie (ab ca. ATS 2.000,-) zahlt HORIZONT3000.


Bundesheer, Zivildienst, Karenzierung

Sollten Sie bis zu Beginn der Vorbereitung das Bundesheer oder den Zivildienst noch nicht abgeleistet haben, kann HORIZONT3000 beim zuständigen Bundesministerium um eine befristete Befreiung ansuchen. Diese wird üblicherweise auch gewährt. Nach einer Einsatzdauer von zumindest zwei Jahren wird diese Zeit auf Antrag als Ersatz für den ordentlichen Präsenzdienst oder Zivildienst angerechnet.
Öffentlich Bediensteten kann auf Antrag für die Zeit der Vorbereitung und des Entwicklungshelfereinsatzes Karenzurlaub gewährt werden, wobei diese Zeit für Rechte, die von der Dauer des Dienstverhältnisses abhängen, berücksichtigt wird (max. 3 Jahre). Um die vollen Pensionsansprüche als Beamte/r zu wahren, müssen die diesbezüglichen Pensionsbeiträge weiterbezahlt werden. Diese Kosten werden nicht von HORIZONT3000 getragen.


Entwicklungshelfergesetz

Im November 1983 wurde vom Nationalrat ein eigenes Gesetz über den ,Personaleinsatz im Rahmen der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern", kurz "Entwicklungshelfergesetz" genannt, beschlossen.
Dieses Gesetz regelt die wesentlichen Rahmenbedingungen für Personaleinsätze: Vertragsgestaltung zwischen Fachkraft und Entsendeorganisation, Versicherungsschutz, Reisekostenvergütung, Anrechnung der Entwicklungsdienstzeiten im öffentlichen Dienst, staatliche Beihilfen u.a.
Überdies betont das Entwicklungshelfergesetz ausdrücklich, daß ein Einsatz im Entwicklungsdienst im öffentlichen Interesse gelegen ist.

 Für weitere offene Fragen steht Ihnen das Team von Horziont3000 gerne zur Verfügung!